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St. Martin

Tja, aus den geplanten 50 Seiten pro Tag ist leider (völlig überraschenderweise) nichts geworden. Im Moment bin ich auf Seite 101 von Mulisch´s "Die Entdeckung des Himmels". Aber jetzt war Oliver übers Wochenende aus Münster gekommen, und da hatte ich den Kopf woanders. Samstag waren wir thraschen: "Borat" im Kino, sprengte alle Nieveaugrenzen nach unten hin mit einer spielerischen Leichtigkeit, aber der Tiefpunkt lauerte bei den Trailern für andere Filme im Vorfeld: Ein Film, bei dem Till Schweiger einen Menschen spielt, der aus einem an den Haaren herbeigezogenen Grund einen Behinderten spielt, und sich bei Ausübung seiner Rolle dann in eine Frau verliebt, die dann nicht wissen darf... ach, ist auch sonst völlig egal, aber so eine, pardon, Scheiße hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Und der ansonsten tolle Jürgen Vogel ist auch noch zweiter Hauptdarsteller. Titel ist mir entfallen.

Das Highlight des Wochenendes ist aber sicherlich heute unser Besuch auf einem "St. Martin´s Markt" der Waldorfschule in Oldenburg mit Manuela und ihrem Freund Thole, mit denen wir zuvor sehr nett gefrühstückt haben. Alle auf diesem Markt waren total freundlich, fast, als würde man mit Sektenmitgliedern sprechen. Alle zuvorkommend, die Leute gut gekleidet (d.h. natürlich nach meinen Maßstäben...) eine große Anzahl an jungen Frauen, die in mein Beuteschema passen würden, wenn ich ein Raubtier wäre. Bin ich aber nicht, oder zumindest nicht in dieser Hinsicht. Aber in diesem unbeschreiblich weichem, netten und sympathischen Klima, daß fast wie eine unwirkliche Parallelwelt erschien, wo einem selbstgebackener Pumpernickel, Kerzen, Wollengel, Waffeln, Holzspielzeug, Weihnachtskarten etc. angeboten wurden, fühlte ich mch wie ein Wolf in einer Schafsherde, der mit dem Gedanken spielt, vegetarisch zu leben. Ich, der der Mehrzahl der Anhänger dieser Gesellschaft nur mit Zynismus zu begegnen weiß, war völlig überfordert und total deplaziert. Diese Welt ist (zumindest dem Anschein der Oberfläche nach) viel zu nett für mich. Ich fühlte mich permanent wie ein Arsch. Naja, auf dem Markt gab es aber auch noch stinknormale Pommes rot/weiß zu kaufen... vielleicht gibt es ja noch Hoffnung.

Das Zitat des Tages kommt aus der Verlesung der Veranstaltungen der Woche einer Oldenburger Kirchengemeinde, wo ich abends mit meiner Mutter zum Gottesdienst war:

>Am Dienstag gibt es ein großes Orgelkonzert in der Kirche, gespielt werden Stücke von Bach und Regner. Von letzterem hören wir "Die letzte Orgelfantasie: Alle müssen sterben". Sie sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.<

12.11.06 21:04


Algarve

Das Zitat des Tages kommt diesmal gleich am Anfang:

Innenminister:

Sie bekommen 200.000 Kronen. Sie müssen nur innerhalb von 6 Stunden Kopenhagen verlassen haben.

Möllerup:

Und wohin sollen wir gehen?

Innenminister:

Was weiß ich? Zum Beispiel nach Portugal.

Möllerup:

Und was sollen wir da?

Innenminister:

Sie haben doch jetzt genug Geld. Sie können gemütlich am Strand sitzen und den ganzen Tag Algarven essen!

Heute waren wir im Theater Laboratorium. Die spielen dort in der Regel Stücke, die eine Mischung aus normalem und Puppentheater darstellen. Viele der Stücke sind für Kinder, die meisten für alle Altersstufen, einige auch eher für Erwachsene. Der Altersdurchschnitt heute Abend lag bei den (von mir vermuteten) Grundschullehrerinnen und Kindergärtnerinnen bei etwa 40 Jahren, ist aber für einen Tag in der Woche im Theater doch recht jugendlich. Das Stück war eine Umsetzung von Hanns Christian Andersens Märchen "Des Kaisers neue Kleider", und es war soo toll. Diesmal mal kein Sarkasmus. Es gab viel zu lachen, es ging ins Herz, es war politisch, und wer einmal dort gewesen ist und auch noch diese, ja, verzauberte, urige Aufführungsstätte gesehen hat, kann nachvollziehen, was ich meine, wenn ich den Abend als "magisch" bezeichnen will. Wir waren schon heute Nachmittag dort, um die Karten früh genug zu kaufen. Kennt ihr Plätze, an die man geht, und man fühlt sich gleich zu Hause, obwohl man kaum einmal da war? Am Broadway müsste jetzt noch die Sonne scheinen. ;-)

Bei der Gelegenheit hab ich mir doch glatt ein neues Buch gekauft, und entgegen meinen sonstigen Gepflogenheiten hat es über 200 Seiten. Harry Mulisch "Die Entdeckung des Himmels". Ca. 850 Seiten, die ich bis zum Ende des Monats gelesen haben will. Das ist eine große Herausforderung, da ich ja nun nicht gerade eine ausgesprochene Leseratte bin. Mal schauen, ob aus meinen ambitionierten Plänen was wird... ich schreibs auf jeden Fall, auch wenns schief geht. Aber die ersten paar Seiten haben mich in ihren Bann gezogen, tolle Sprache, dichte Atmossphäre, jetzt muss ich nur die nötige Disziplin aufbringen. 50 pro Tag müssen es schon sein. Sollte ich vielleicht noch heute abend anfangen...

Auf der Suche nach einem Parkplatz haben wir heute einen Parkschein von ein paar sehr netten jungen Frauen geschenkt bekommen, die viel zu lange "gebucht" hatten. Eine kam hecktisch von hinten ans Auto und klopfte an unsere Scheibe, damit ich sie senke und drückt mir den Schein in die Hand. Es gibt tatsächlich noch nette Unbekannte. Alles in allem ein sehr schöner Tag, vielleicht der schönste seit langem.

9.11.06 22:28


Heute war ich in der Stadt. Ich könnte jetzt noch dazu schreiben, dass es sich um Oldenburg handelt, aber der erste Weg führte mich in ein "globalisiertes" Café, also ist der Ort so gut wie jeder andere. Der Kafee ist gut und billig, die Musik dezent aber immer geschmackssicher (ich glaube heute war´s Marvin Gaye, meine "What´s going on" erkannt zu haben) und verschiedene Poster versuchen mir auch noch wenig glaubhaft weiß zu machen, dass die Bauern, die die Bohnen ernten auch noch was zu lachen hatten, als die Marketingtypen zum Phototermin vorbeikamen. Ausserdem ist jetzt "noch mehr Milch in der Milch!". Kann der Tag eigentlich noch besser werden? Die spezifische Formulierung für Starbucks und Konsorten, die ich mir hier zu eigen gemacht habe, stammt übrigens von Mareike, die es glaub ich auch hin und wieder in solche Lokalitäten zieht. Läuft im Starbucks in Tokyo auch Marvin Gaye? Oder vielleicht eher Kraftwerk? Modern Talking? Madonna? Naja, in Wien war der McChicken rund statt länglich, soo weit scheint es mit der Globalisierung dann ja wohl doch nicht her zu sein. Ein Hoch auf die kulturelle Vielfalt. So lange die Indios auf den Postern immer noch diese komischen bunten Eine-Welts-Laden-Ponchos tragen und die lustigen Hüte und Mützen, ist vielleicht ja noch was zu retten. Ich fühl mich hier jedenfalls sehr wohl. Aus diesem Laden stammt auf jeden Fall auch das Zitat des Tages (für gestern gilt die Sache mit der Brauerei): "Niveau sieht nur wenn man von unten darauf blickt wie Arroganz aus." Stand auf so einer hippen Kreidetafel die die eine Wand des Cafés ausfüllt. Wer mich kennt, weiß, warum es mir gefällt. Im Guten wie im Schlechten.

Als ich geboren wurde, stand dieses Lied auf Platz 1 der deutschen Charts:

"Words (Don´t come easy)" von F.R. David

www.youtube.com\watch?v=Ob6hM6f9U4s

Naja, die Sonnenbrille ist toll.

8.11.06 18:21


Erster Versuch

Warum habe ich mir einen Blog zugelegt? Habe ich der Welt etwas wichtiges zu sagen? Eigentlich nicht. Lese ich selbst Blogs? Hab ich noch nie. Aber ich schreibe gern, aber recht schlecht und vor allem undiszipliniert und unregelmäßig. Auch hier und jetzt, bei dem Erstellen meines ersten Eintrages frage ich mich, wie viele wohl noch dazu kommen mögen. Naja, zunächst stelle ich mich einmal vor: Mein Name ist Patrick Tewes. Ich bin 1982 in Oldenburg in Niedersachen als erster Sohn meines deutschen Vaters und meiner polnischen Mutter geboren worden. Mittlerweile ist noch Bruder von mir zu unserer Familie hinzugestoßen, er heißt Oliver und er ist einer der großartigsten Menschen, die ich kenne. Aber, das ist MEIN Blog, soll er sich doch einen eigenen machen.

Ich studiere (zumindest im Prinzip, ich habe eine recht lange Unterbrechung machen müssen, vielleicht dazu später einmal mehr) in Münster Germanistik und Geschichte auf Gymnasial und Gesamtschullehramt, und bin Überzeugungstäter.

Um von vornherein vielleicht auftauchende Fragen hinsichtlich meines Nicknames zu beantworten: Nein, dass ist nicht mein Spitzname (ich habe keinen, der bisher beste Vorschlag, Padde, wird von mir noch schroff zurückgewiesen) . Er stammt aus einem sehr guten Buch eines sehr guten (und deutlich zu unbekannten) Autors. "Solaris" von Stanislaw Lem. Dort wird ein Fechner erwähnt, ganz am Rande und völlig ohne Bedeutung (wenn sich dass überhaupt sagen lässt). Mir gefiel der Name vom Klang her, (er wird auch in der fantastischen Erstverfilmung des Stoffes erwähnt, Regisseur war Andrej Tarkowski) und wie immer wenn es um Zitate und ähnliches geht, habe ich die Schreibweise unabsichtlich verschusselt. Ich benutze dieses "Pseudonym" ausschließlich im Internet, für Foren, mittlerweile E-Mail etc. weil es beim Googeln ausschließlich eine einsame "Strandmatrazen"- Seite auswirft, mit der ich mich nie näher befasst habe. Ausserdem gefällt mir der Klang immer noch recht gut, ich muss keine kryptische Zahl anhängen und ich empfinde ihn als angenehm Assoziationsfrei. Naja, eigentlich will ich in diesem Blog nur ein wenig meinen Tag zusammen fassen. Alles ziemlich unspektakulär und ziemlich langweilig. Heute ist Dienstag, also, der grosse Gilmore- Girls Abend, der deutlich langweiliger ist als früher, weil

a. Die Folgen lange nicht so gut sind wie früher

b. Gilmore- Girls gucken ohne Oliver deutlich öder ist als mit.

Irgendwie plappern die Loreleis nur noch unzusammenhängend und vor allem unglaublich lieblos und unpointiert vor sich her. Irgendwie hat man das Gefühl, als wenn die beiden sich privat genauso nerven würden, wie sie den Zuschauer nerven. Lichtblicke waren da nur Rory´s Vater der gerade zu unverhofftem Reichtum gelangt ist und sie daran beteiligen will ("Wenn du willst, kann ich dir soviel Geld geben, dass du damit jemanden damit zerstören kannst! Willst du jemand mit Geld vernichten? Oder ich kauf dir ein Schloss! Oder einen Rolls Royce! Oder eine Brauerei! Du kannst dann dein eigenes Bier brauen!". Der neue Hund, der eigentlich nur ein unerträglicher Running Gag auf einen eigentlich relativ unpeinlichen US- Songschreiber der 50er und 60er Jahre ist, eine plötzlich aufgetauchte Tochter, der plötzlich reiche Ex, puhh immer mehr wird die Serie, die mal unschlagbar war für ihren Humor und unzähligen intelligenten Anspielungen zu einer dekadenten (eins meiner Liebligsworte diese Woche, vielleicht sogar den ganzen Monat) Soap. Naja, nächste Woche bin ich bestimmt wieder dabei. Heute hab ich eine Bekannte von mir Angerufen, Jana, die momentan im Krankenhaus liegt. Da haben wir uns auch kennengelernt. Es war ein nettes Gespräch auch wenn ich das unbestimmte Gefühl habe, daß mal wieder ich viel zu viel geredet habe. Hoffentlich hat sie dass nicht zu sehr angestrengt. Falls dies von meinen Freunden mal gelesen werden sollte, die wissen, wie faul ich bin, wenn es ums anrufen geht sei gesagt, dass ich mittlerweile am eigenen Leib erfahren habe, wie es ist, wenn man den ganzen Tag alleine im Krankenhaus liegt. Da muss ich mir zur Abwechslung mal nicht in den Arsch treten, wenn es darum geht, jemanden anzurufen. Die Anrufe und Besuche meiner Freunde haben mir selbst im jetzt vergehenden Jahr sehr, sehr viel bedeutet und mich im wahrsten Sinne des Wortes über Wasser gehalten. Hier noch mal ein ausdrückliches Danke an Bogdan, Brian, Christoph, Daniela, Jan, Jana, Jule, Katrin, Manuela, Mareike, Martin, Sylvia und Tamoor. Ich denke an euch.

Jetzt bin ich etwas müde geworden. Mal sehen, ob Morgen etwas hinzu kommt.

7.11.06 22:41





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